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Aktuelles | News

  1. 18.11.2010
    Installations Party

    Die Linux User Group Ansbach veranstaltet am 27. November eine Linux Installationsparty.  Ab 15 Uhr...

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  2. 17.05.2010
    Neuer Flyer der Linux User Group

    Länger als Gedacht hat es gedauert. Aber nun ist er endlich fertig - Der neue Flyer der Linux User...

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  3. 16.04.2010
    Weiteres Interesse an Open Source im Ansbacher Stadtrat

    Die Linux User Group Ansbach (LUGAN), eine Interessengemeinschaft rund um das Thema Linux und Open...

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16.03.2009Chemnitzer Linuxtage 2009

Dies ist ein kurzer Bericht eines stressigen, interessanten, witzigen und viel zu kurzen Sonntags auf den Linuxtagen in Chemnitz, die dieses Jahr vom 13. – 15. März stattfanden.



Nach einer frühmorgendlichen Anfahrt nach Chemnitz trafen wir erstmal ein bekanntes Gesicht: Sven von der Schwabacher LUG lief uns noch vor dem offiziellen Einlass über den Weg. Daniel und Tina hatten sich für Vormittags in einen GIMP-Workshop eingetragen und ich wollte mich in der Zeit ins reiche Vortragsprogramm stürzen. Die Zeit bis dahin verbrachten wir zwischen den Informationsständen, auf denen sich verschiedenste Projekte rund um Linux und Open Source vorstellten. Für Daniel hieß das einen Besuch des Fedora-Standes, bei dem er sich einem ACPI-Problem auf seinen Notebook widmete. Mir zeigte dort ein Betreuer die Sugar-Oberfläche der OLPC-Laptops und meinte zu wissen, dass das auf Schulen spezialisierte Skolelinux-Projekt heute noch eine große Sache öffentlich machen werde, was sich dann auch als wahr herausstellte. Das Land Reinland-Pfalz prüft in einem Feldversuch die flächendeckende Einführung dieses angepassten Debians in seinen Schulen.

Tina und Daniel machten sich dann auf zum Gimp-Workschop. Zuerst wurde kurz über den allgemeinen Aufbau von Gimp gesprochen. Danach ging es gleich los aus einem Mädchen einen Zombie zu machen. Man folgte dazu den Veränderungen am Bild des Referenten und konnte jederzeit Fragen stellen. Es wurde überwiegend mit verschiedenen Ebenen gearbeitet und die Funktion einiger Filter und des Pinsels vorgestellt. Danach bekam man noch eine DVD mit 46 Tutorials von meetthegimp.org.

Mein erster Vortrag widmete sich hingegen Open Solaris, dem Unix-artigen Betriebssystem von Sun. Dieser wurde von einem gebürtigen Tschechen natürlich auf Englisch gehalten. Trotzdem konnte man den Vortrag gut folgen und er war auch überraschend interessant. Roman Strobl stellte unter anderem das Dateisytem ZFS vor, mit dem man jederzeit mit einem einfachen, schnellen Befehl seine Daten in Snapshots sichern kann, die sogar benutzbar und beschreibbar sind. Auch die Fähigkeit von ZFS viele physikalische Partitionen und Festplatten zu einem großen "Storage-Pool" zu vereinen, von dem dann im laufenden Betrieb Speicherplatz zugewiesen werden kann, ist sehr interessant. Weitere Punkte waren IPS, die neue Paketverwaltung für Open Solaris, die es erlaubt bequem auf verschiedene Installations-Zustände zurück zu springen. Auch das Debugging-Tool DTrace und die Virtualisierung über Zones und Container fanden begeisterte Zuhörer. Eine zuletzt von Strobl durchgeführte "Umfrage" ergab allerdings, dass nur etwa 1/3 der Anwesenden sich vorstellen konnten Open Solaris auf den Desktop einzusetzen. Das waren nicht viel mehr als die, die es eh schon taten.

Danach ging es für mich in einen Vortrag über die Entwicklungsumgebung "Kommander". Mit Kommander kann man sehr leicht grafische Oberflächen zusammenklicken und diese mit Bash-, Python- oder anderen Script-Code verknüpfen. Leider war der Vortragende von der Aufgabe ziemlich überfordert, einem recht gut besetzen Uni-Vorlesesaal ein Programm zu erlären. Das wurde auch noch dadurch verstärkt, dass seine VPN-Verbindung nicht zustande kommen wollte und er alles auf seinen Laptop zeigen musste. Dass er mehr Zeit aufwendete einen Button farbig zu gestalten als die Einbindung von Skripten und die ziemlich geniale Integration des Signal-Slot-Konzeptes von qt zu zeigen, war ebenfalls sehr schade. Trotzdem wurde doch deutlich, dass Kommander ein hervorragendes Werkzeug ist, um unter KDE leicht und schnell grafische Frontends für alle möglichen Skripte in allen möglichen Skriptsprachen zu basteln.

Als nächstes besuchte ich einen Vortrag über KDE 4.2. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorträgen, fand die Vorstellung der neuen KDE-Version nicht in einem großen Vorlesesaal statt, sondern in einem Konferrenzraum, der für den LXDE-Vortrag auch scheinbar locker ausgereicht hat aber beim KDE-Vortrag sofort überfüllt war. Geboten wurde hier nicht nur an die Wand gebeamte Desktop-Effekte, sondern vor allem eine Überblick über die Bedienung für Einsteiger und eine Betrachtung nach welchen Konzepten KDE 4 entwickelt wurde und was sich die Entwickler dabei gedacht hatten. So war es ihnen zum Beispiel wichtig, dass sich KDE auch auf einem Touchpad ohne rechte Maustaste genaus so gut bedienen lässt wie auf einem konventionellen PC und das Autoren von Anwendungsprogrammen soviel wie möglich auf Frameworks zurückgreifen können.

Nach der Mittagspause wartete auf mich der Django-Workshop. Daniel und Tina knüpften währenddessen an einigen Ständen neue Kontakte. Im Workshop ging es darum mit dem Python-basierenden Web-Framwork Django eine Web-Filmdatenbank zu schreiben, in der man Filme, Regisseure und ähnliches verwalten konnte. Nach dem uns zuerst der grobe Aufbau von des Frameworks erklärt wurde, ging es an die Installation Djangos und das Anlegen eines neuen Projekts. Dann wurden die Einstellungen und der Code für das Datenbankmodell und die sog. "Views" abgeschrieben und getestet. Am Ende ergänzte man noch die Templates und zog so im Schnelldurchlauf ein kleines Webprojekt hoch. Leider war das alles eine Spur zu schnell, so dass keine Zeit blieb die einzelnen Schritte auch zu verstehen und so zu lernen mit Django umzugehen. Trotzdem bot dieser Workshop einen groben Einblick in die Webentwicklung mit Python und den Möglichkeiten von Django.


Unser Team auf den Chemnitzer Linux Tagen 2009

Fazit: Ein Tag auf den Chemnitzer Linuxtagen bietet Informationen, interessanten Neuigkeiten und den Kontakt zur OpenSource-Welt. Dabei kann jeder selbst entscheiden, ob er sich den totalen Vortrags-Overkill geben möchte, in Workshops seine Kenntnisse erweitern möchte oder ob er lieber an Projektständen Kontakte knüpfen oder Diskussionen führen möchte. Es war für jeden genug dabei. Auch das Rahmenprogramm darum herum konnte sich mehr als sehen lassen. Es reichte von der "Praxis Dr. Tux" in der jeder Linuxer mit seinen großen oder kleinen Computerproblemen "verarztet" wurde, bis hin zu einer kompletten Kinderbetreuung.
Die Chemnitzer Linuxtage waren zwar anstrengend aber sie haben Lust auf mehr gemacht.

Markus